Therapie mit Hypnose: Ein Interview mit Katharina Hanf-Dressler von Hypnos


Steckbrief Katharina Hanf-Dressler
Geschäftsführerin, Seminarleiterin, Hypnotherapeutin bei Funktion bei Hypnos®. Katharina Hanf-Dressler ist 1979 in Berlin geboren. Nach ihrem Studium der Linguistik widmete sie sich acht Jahre der Musik (Cello, Gesang). Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Hypnotherapeutin. Es folgten der Aufbau von Hypnos® und Hypnos® Lingua.

Menschen, die Hypnose bisher nur aus den Medien kennen, verbinden dies oftmals nur mit einer Art Unterhaltungs-Show. Andere wiederum sehen darin vielleicht eher etwas Unheimliches und assoziieren damit Wehrlosigkeit, gefügig machen und Manipulation. Doch Hypnose ist eine anerkannte Therapiemethode und hat nichts mit Hokuspokus zu tun: Hypnose bedeutet Heilung. 

Katharina Hanf-Dressler von Hypnos®, dem Zentrum für Hypnose in Berlin, hat uns hierzu einige spannende Fragen beantwortet und räumt mit den Vorurteilen und dem Mythos Hypnose auf:

Katharina, kannst Du uns die Bedeutung von Hypnose näher erklären und mit dem Hypnose-Mythos etwas aufräumen? 
Hypnose, genauer gesagt die hypnotische Trance, ist ein ganz natürlicher Zustand, den ein jeder gut kennt. Wenn wir völlig versunken sind in einen spannenden Film, wenn wir eine vertraute Strecke nachts wie auf Autopilot mit dem Auto fahren, wenn wir stundenlang tanzen und unsere Füße schon nicht mehr spüren, wenn wir emotional high sind, dann ist all das Trance. Das Unterbewusstsein ist in diesem Zustand auf eine besondere Weise „wach“ und ansprechbar und das nutzt die Hypnosetherapie. Sie ist übrigens seit 2005 als psychotherapeutisches Verfahren offiziell anerkannt. Im therapeutischen Kontext ist die Trance meist eine sehr tiefe körperliche Entspannung gepaart mit einer außergewöhnlichen geistigen Fokussierung. Ein ungemein angenehmer Zustand, das wird jeder Mensch bestätigen, der schon einmal eine professionell durchgeführte Trance-Einleitung erlebt hat.

Wie genau sehen Eure Therapiemethoden aus? Und wie muss sich ein Laie die Behandlung vorstellen?
Hypnosetherapie ist Psychotherapie unter Zuhilfenahme von Hypnose. Hypnose ist gewissermaßen ein Schnellkochtopf – alles, was man hineingibt, wird einfach schneller und schonender gar. Wir brauchen ein Problem nicht zu interpretieren, sondern beleuchten in der Trance dessen Hintergründe. In der Hypnos®-Methode verschmelzen wir die Hypnosetherapie mit energetischen Methoden, die extrem rasche Veränderungen bewirken können. Das erlaubt es uns, die Ursachen eines Problems oder einer Störung aufzulösen, anstatt sie zu unterdrücken oder zu überdecken.

Wie beurteilst Du das Ansehen von Hypnose als Heilmethode in der Öffentlichkeit und in der Schulmedizin? Arbeitet Ihr mit der Schulmedizin zusammen? 
In den letzten Jahren hat sich der Bekanntheitsgrad der Hypnosetherapie enorm erhöht. Die Entwicklung hin zu einer Selbstverständlichkeit der Hypnose-Anwendung wie wir sie aus den USA beispielsweise kennen, ist eingeleitet und das ist sehr gut so. Für die Klienten, für unser Gesundheitssystem und für den Berufsstand der Hypnotherapeuten, die leider sehr lange unter esoterisch-amateurhaften Hypnotiseuren und Lebensberatern zu leiden hatten.

Wir kooperieren mit etlichen Schulmedizinern und stehen begeistert mit ihnen in einem Dialog, der wirklich inspirierend und wertvoll ist. An unseren Weiterbildungen nehmen häufig Ärzte teil, die ihre Arbeit um hypnotherapeutische Methoden erweitern möchten, weil sie deren schlagende Argumente überzeugen.

Wie geht Ihr mit Menschen um, die gerne einmal Hypnose ausprobieren möchten, jedoch noch etwas ängstlich gegenüber der für sie neuen Therapiemethode sind? Gibt es hier zum Beispiel eine Art Schnupper-Stunde oder einen Tag der offenen Tür?
Nun, wir sind eine psychotherapeutische Praxis. „Mal Hypnose ausprobieren“ ist eher nicht unser Angebot, denn wir richten uns an Menschen mit teilweise massiven Problemen und großem Leidensdruck. Ein jeder, der mehr über die Hypnotherapie erfahren möchte, wird bei uns eingehend und kostenfrei beraten. Es gibt zudem die Möglichkeit, ein so genanntes Anamnestisches Vorgespräch mit dem potenziellen Therapeuten – wir sind ja inzwischen ganz schön viele! Zwölf an der Zahl – persönlich bei uns am Institut zu führen, um herauszufinden, ob der Ansatz und der konkrete Therapeut einem wirklich liegen.

Welche Anwendungsgebiete deckt Eure Heilhypnose in Eurem Zentrum für Hypnose ab?
Oh, viele. Behandlungsschwerpunkte sind Angst- und Panikstörungen, Gewohnheitsänderungen wie Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion sowie das große Feld der Psychosomatik, z. B. Migräne, Tinnitus, Schmerzstörungen, Allergien, Magen- und Darmprobleme mit Stress-Hintergrund.

Wie kann Hypnose im Fall von krankheitsbedingtem Haarausfall / Haarverlust helfen?
Auf zwei Ebenen: Zum einen wissen wir, dass psychische Belastungen zu krankhaftem Haarverlust führen können oder diesen verstärken. Reduziert man diese Belastungen – die Hypnosetherapie leistet das sehr schnell und sehr effektiv – lindert sich die Symptomatik.
Zum anderen führt der Haarverlust selbst zu einer nicht zu unterschätzenden psychischen Belastung. Ob und wie stark diese Belastung vom einzelnen empfunden wird, können wir in der Therapie beeinflussen.

Gibt es bereits erfolgreiche Behandlungen im Bereich des krankheitsbedingten Haarausfalls, von denen Du berichten kannst?
Wir haben in unserer Praxis mehrere von Alopecie betroffene Frauen behandelt. Die Symptomatik legte sich durch das Auflösen der hinter dem Symptom liegenden Belastungen erstaunlich rasch. Allein das Thema „Annehmen des Symptoms“ ist enorm erleichternd für die Betroffenen. Und spannenderweise ist das Ende der Abwehr der Beginn der Gesundung.


Hypnos® - Zentrum für Hypnose
Gemeinschaftspraxis für Psychotherapie nach HPG 
Katharina und Nikolai Hanf-Dressler
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